Szene 1

19. Aug 2008 at 20:56 (A Hartz IV Lovestory) (, )

Also ich eines morgens zur Arbeit fahren wollte, blockierte die NGC 3370-Galaxie aus dem Sternbild Löwe meine Einfahrt. Sie musste nachts vom Himmel gefallen sein, und dampfte sich jetzt in den Asphalt vor meiner Garage. Das war sehr ärgerlich, denn ich hatte es eilig, und der Bus den ich alternativ hätte nehmen können, war bereits vor einer viertel Stunde abgefahren. Ich betrachtete die Galaxie ein wenig, und fand sie recht hübsch anzuschauen, wenn sie auch bereits mit dem Asphalt verklumpte. Sie war spiralförmig, wie gute Galaxien das zu sein pflegen und schaffte es irgendwie, sich immer noch um sich selbst zu drehen. Sie flackerte allerdings schon ein wenig, wie eine alte Christbaumkerzenkette.

Ich nahm also das Fahrrad und fuhr zur Arbeit. Ich kam nur zehn Minuten zu spät, weil ich ziemlich gestrampelt hatte und in meiner Trinkflasche, die ich immer an meinem Rad hatte, noch fast einen halben Liter Eigenblut vorfand, den ich auf der Fahrt gierig verzehrte.

Mein Chef, mit dem ich gleich zu Arbeitsbeginn ein Gespräch haben sollte, hatte sich glücklicherweise auch verspätet. Seine informierte Sekretärin meinte, des nachts hätten bulgarische Verbrecherhorden mehrere seiner Chromosomen-Basen-Paare gestohlen, um damit lebendige Hotelbauten zu schaffen, die in der Lage sein sollten, den touristischen Gefahren der Welterwärmung zu trotzen, in dem sie dem sinkenden Meeresspiegel einfach folgen und so eine feste Distanz zum Strand einhalten würden. Ich hielt das für unwahrscheinlich, da der Meeresspiegel ja eher im Steigen begriffen war, wollte aber nicht unhöflich erscheinen und nahm die Erklärung nickend hin. Der Chef wäre erst wieder gegen Mittag da, er verfolgte die Banditen noch mit seinem Tarnkappenbomber.

Nun gut, dachte ich, der Morgen nimmt einen anderen Verlauf als ich erwartet habe, aber ich bin das gewohnt. Am Morgen zuvor hatte ich zum Beispiel erwartet das eine Terrorzelle den Nordflügel unseres Bürogebäudes in die Luft jagen würde. Aber sie kam erst am Mittag.

Ich beschloss, meinen Schreibtisch aufzusuchen.

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Rock Action

19. Aug 2008 at 20:53 (Artikel für dicke Menschen) (, )

Wer auf dem Weg in den kalten Krieg in einer Mischung aus Dönerresten und Hundeexkrement ausrutscht, muss sich nicht wundern, wenn er auf dem politischen Parkett nicht mehr ernst genommen wird, vor allem bei den Schuhen.

Das ging mir heute durch den Kopf, ich kann mir aber nicht direkt erklären warum. Jedefalls lief in meiner geistigen Jukebox „2 rights make 1 wrong“ von Mogwai dazu, und zwar dieser Anfangspart, dieses „Dunn-da-dunn-dunn, dunn-da-dunn-dunn“.

Dann kam mir ein weiterer Gedanke, was an sich schon recht bemerkenswert ist. Der Gedanke war dieser: „Schreib doch eine brilliante Story, und veröffentliche sie häppchenweise an eben dieser Stelle.“ Das war sehr befremdlich, denn ich stand gerade auf einer großen Kreuzung, und Automobile brausten hupend an mir vorbei. Ich schlussfolgerte rasiermesserscharf, dass nicht diese physische Lokation, sondern diese noch relativ jungfreundliche Internet-Notizablage gemeint ist!

Und so beginne ich mit meinem großen Zyklus „Dr. Pestalotzi – A Hartz IV Lovestory“.

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