We used to be friends

15. Sep 2008 at 21:35 (Artikel für dicke Menschen) (, , , )

Ich gucke so viel Veronica Mars, dass ich ganz vergesse, das Internet noch ein wenig aufzufüllen, mit zartschmelzenden Texten von erhabener Sinnhaftigkeit, die das Netz ja doch im Inneren seines Herzens ausmachen. Leider ist das Herzinnere bedeckt von dicken, fast undurchdringlichen Schichten aus Pseudonachrichten, Pulli-Strick-Foren und Pornographie, die quasi das Knochengerüst, die Muskeln und das Fettgewebe des Internets bilden.

Doch was sind die Schuppen des Internets, fragt man sich wohl sofort. Die Antwort ist so unerheblich wie die Frage, und weiterer Worte nicht wert, wäre da nicht der Drang in mir, Sätze zu vollenden, anstatt Wortballungen einfach so auf weiter Flur stehen zu lassen. Jemand könnte stolpern, und ich bin mir nicht sicher, ob meine Haftpflichtversicherung für etwaige Schäden aufkommt, die durch einen rhetorischen Fall entstehen.

Die Fallobstwiesen des Internets sind Aggregationsseiten wie Digg und Slashdot. Sogleich fährt der Leser auf: Gerade eben diente doch noch der menschliche Körper als Metapher für das Internet, was soll jetzt diese Fallobst-Scheiße?

Ganz einfach: Metaphern sind wie Blähungen in engen Fahrstuhlkabinen: Auch wenn die sexy Dame vom Sekretariat einen fahren lässt stinkts…

Ich fürchte dies Bildnis geht jetzt nicht so ganz auf, aber mit den Metaphern ist es wie mit Nadeldruckern: Sie zirpen zwar lieblich wie Grillen vor dem Kältetod, aber die Farbbänder gibt’s nirgendwo mehr zu kaufen…

Ohje, ich fürchte das will mir nicht mehr so recht gelingen, vielleicht so: Metaphern sind wie tiefgefrorene Mathematiker, überraschend schwierig herzustellen.

Tja, besser wird’s heute nichts mehr.

Ach ja, und „Lützel“ ist natürlich mittelhochdeutsch und bedeutet „klein und knusprig“. Zurück zu Frau Mars.

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